Autor Thema: Frankenstein der Erste : StuG IV Oktober/November 1944 Baulos  (Gelesen 192 mal)

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Offline Steffen.B.

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Den Frankenstein Panzer IV Ausf.G hatte ich bekanntlich gerade lackierfertig gebaut.
Im Mai 2017 lag jedoch schon einen anderen "Frankenstein" auf dem Tisch ; ein StuG IV  :auge:

Anstatt Alles noch mal neu zu tippen, zitiere ich mich von anderer Stelle selbst :

Zitat von: Steffen
Ich hatte vor Ewigkeiten mal von Rafael Neumann aus dem modellbauforen.de die StuG Kasematte aus dem Dragon 6043 "StuG IV Late Version" bekommen - nur die Kasematte. Wollte die auf einen turmlosen TAMIYA Panzer III Ausf.L aufbauen. Pläne ändern sich und so lag die Kasematte halb vergessen in einem Karton. Irgendwann in den letzten Monaten bot dann Jemand bei ebay einen Dragon 6081 "Sturmpanzer IV Brummbär" ohne Kasematte bei ebay an. Also diesen unvollständigen Bausatz gekauft, um meine StuG IV Kasematte darauf zu setzen. Die beiden Bausätze 6043 und 6081 unterscheiden sich im Wesentlichen ja 'eh nur im Aufbau.
Ganz so einfach habe ich es mir aber nicht gemacht. Kettenbleche stammen vom neuen DRAGON Pz.Kpfw.IV Ausf.H late und wurden wegen der anderen Werkzeuganordnung mit geätzem Riffelblech versehen. Die komplette Heckplatte mitsamt Anbauteilen stammt auch von neuen Dragon Bausätzen (bleibt ja immer viel über). Alt und neu aneinander anzupassen, bedurfte aber eine Menge Schnitzarbeit. (...) Aber ich stehe ja auf Plastikschnitzen, bekloppt wie ich bin.

Soweit der kurze Abriss zu dem einem Foto, welches ich Mitte April 2017 an anderer Stelle schon mal gezeigt hatte. Nun wurde es doch noch ein eigener Baubericht.  :biggrin:

Die Kasematte mitsamt Motordeck liegt hier nur lose auf, daher die sichtbaren Spalten





Ohne Kasematte
Das GRIFFON Model L35A059 "Universal Fenders for German Pz.Kpfw. IV Ausf.H Ausf.J" hatte ich schon für meinen Pz.Kpfw. IV Ausf.J September 1944 Produktion teilweise geplündert. Hierfür erleichterte ich das GRIFFON Set noch weiter um seine restlichen geätzen Riffelbleche. Wobei die großen mittleren der drei Bleche eigentlich ganz nach hinten gehören würden. Entsprechend  zugeschnitten erfüllen sie aber auch vorn ganz gut ihren Zweck. So ersparte ich mir den Zukauf eines speziellen Sets für ein StuG IV.
Warum überhaupt geätzte Riffelbleche ? Nun, weil die Kettenbleche von einem Pz.Kpfw. IV Ausf.H Bausatz stammen und dort hat der Kampfraum einen andere Form als hier beim StuG IV. Die StuG IV Kasematte sitzt viel weiter hinten. Mit den unveränderten Panzer IV Kettenblechen hätte mir beidseitig jeweils ein großes dreieckiges Stück Riffelblechmuster gefehlt. Zudem ist die Werkzeuganordnung beim StuG IV anders, die Passlöcher für die Werkzeuge in den Panzer IV Kettenblechen stimmten also auch nicht.



Unterwanne von der Seite, man sieht unter den Kettenblechen die mit weißer Plastik Karte um 2mm erhöhten Seitenwände der Unterwanne. Dies war nötig, da die Kettenbleche des alten Bausatzes Bestandteil der Oberwanne waren. Somit ergaben sich hier andere Verhältnisse in der Wannenhöhe.
Vorn über dem Seitenvorgelege mußten die Seitenwände nicht erhöht werden. Hier wurde lediglich die Bugplatte für optimalen Sitz seitlich etwas aufgefüttert. Daher sieht man dort weiße Plastik Karte.
Die Sockel der Stützroller wurden anders als durch die Markierungen vorgesehen positioniert. Die ursprünglichen Markierungen wurden verspachtelt, da an falscher Stelle.



Bodenplatte. Hier war etwas Spachtel nötig, damit es wie eine einheitliche Bodenplatte wirkt.



Ursprünglich wollte ich die feiner detaillierten Laufrollenwagen aus dem TRISTAR Zubehör Set verbauen. Da mir jedoch die groben Schürzenhalter des alten 6043 Bausatzes nicht gefielen, habe ich mir bei RLC Modellbau VOYAGER PEA 154 "WWII German StuG IV Schürzen" bestellt. In dem Set sind die kompletten Schürzenhalter sowie die Schürzen selbst enthalten. Das VOYAGER Set wird komplett verwendet und da die Schürzen das Laufwerk fast gänzlich verdecken, wurden halt die Laufrollenwagen aus dem 6043 Bausatz verwendet. Allerdings habe ich sie etwas modifiziert. Vorn an den Laufrollenwagen wurde jeweils etwas abgesägt und dann dort die Federzwingen aus DRAGON 6291 "Pz.Kpfw. IV Ausf.C" angeklebt (werden dort nicht benötigt).



Vorderer Kotflügel mit selbstgewickelter Spannfeder aus 0,2mm Kupferdraht.



Kasematte von vorn.
In der Geschützmulde fehlen beim DRAGON 6043 links und rechts die Abweiser. Also schnitzt man die kurzerhand selbst aus Plastikkarte und klebt sie an.
An den Kasemattenseiten fehlten mir unten die Abdeckbleche - hier half ebenfalls Plastik Karte. Damit wurden auch die Aussparungen für die klobigen Bausatz Schürzenhalter verschlossen.



Kasematte von hinten.
Die Fuge zwischen Kasematte und Motordeck soll dort sein. Habe ich so auch auf Fotos von erhaltenen Exemplaren gesehen.



Heckplatte.
Die Heckplatte des DRAGON 6043 sitzt auf den Seitenwänden der Unterwanne. Damit ist die komplette Unterwanne jedoch zu lang. Ich wollte 'eh eine Heckplatte aus einem aktuellen DRAGON Panzer IV Bausatz verwenden. Dazu mußten die Unterwannenseiten in der unterenHälfte ausgedünnt werden. DRAGON hat es nämlich fertig gebracht, diese nach unten hin dicker werden zu lassen. Nach etwas schnitzen passte die neue Heckplatte in die alte Wanne und somit stimmt nun auch die Länge.
Obenauf sichtbar, die gepanzerten Lüfterlamellen - sie stammen auch aus einem aktuellen DRAGON Panzer IV Bausatz ... bleiben ja bei fast jedem IV-er Bausatz über. Damit die unter das alte Motordeck passten, mußte dort ordentlich Material weg gefräst werden.



Rohrblende von vorn.
Die Bohrung für das koaxiale MG wurde verfüllt - gab es beim StuG IV nicht. Danke an dieser Stelle an Jan für den Hinweis.



Rohrblende von hinten.
Die Öffnung in der Rückseite der Rohrblende  war viel zu groß und hatte mit dem Original nicht gemeinsam. Also wurde ordentlich aufgefüttert und in Form gebracht.



Rohrblende/Rohrwiege von unten.
An der Rohrwiege und dessen Aufnahme in der Kasematte wurde etwas umgebaut. Denn die 7,5cm StuK sitzt etwas zu weit vorn. Mittels der Modifikationen sitzt die Hauptwaffe nun etwas weiter hinten.



Rohr mit Adapterhülse.
Das Bausatzrohr war nicht schön. Ich verwende RB Model 35B89 "7,5cm StuK 40 L/48". Das Set hat eine Adapterhülse, um auch in die alten DRAGON StuG III und StuG IV Rohrblenden zu passen.



Rohr zusammen gesetzt.
Und es passt wunderbar. Hülse in Blende, Rohr in Hülse, sitzt perfekt.



Soweit der Stand im Mai 2017. Gleich geht es weiter ...  :zwinker:

Offline Steffen.B.

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Re: Frankenstein der Erste : StuG IV Oktober/November 1944 Baulos
« Antwort #1 am: 27. April 2021, 19:25 »
... mit dem Zwischenstand im August 2017.

Viel war in der Zwischenzeit nicht geschehen. Alles nix Wildes, nur Kleinigkeiten.
Kasematte und Motordeck sind nach wie vor nur lose aufgelegt.

Ein paar Teile kamen ans Heck und Ketten hinzugefügt.



Das Zielfernfohr wurde vorn ausgebohrt und angebracht, die Geschütznische dem Original entsprechend umgebaut (war bausatzseitig unvollständig und auch fehlerhaft).



Nieten (0,8mm,von Meng) wurden ergänzt - siehe an roten Markierungen.
Der Träger für die Ersatzlaufrollen stimmt bausatzseitig nicht ganz. Also wurde er modifiziert und anschließend angebaut.
Rohrwischerstangen, Brechstange (modifiziertes Bauteil) sowie die Klappen der Motorlüftung kamen auch dran.
Und gerade so erkennbar ; die Kettenspanner wurden auf die vereinfachte Variante von Krupp umgebaut.



Rechte Fahrzeugseite ; Nieten analog zur linken Seite, ebenso die Hebeöse
Auf dem Motordeck wurden Griffe und der Kasten für den Kühlwassereinlass ergänzt.
Die Rückseite der Kasematte erhielt den gepanzerten Deckel der Kampfraumlüftung.
Hinten auf dem Kettenblech sind jetzt das Werkzeug zum Kettenspannen und die Klappen der Motorlüftung verbaut.



Und dann ...

Offline Steffen.B.

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Re: Frankenstein der Erste : StuG IV Oktober/November 1944 Baulos
« Antwort #2 am: 27. April 2021, 19:26 »
... sind wir schon im Februar 2018 angekommen.

Ich hatte nun mal wieder Zeit und Muße am StuG etwas weiter zu bauen ... wirklich nur etwas.
Ein paar kleinere Nacharbeiten hier und da. Am Heck die L-förmigen Hebel an den Kettenspannern ergänzt und die hinteren Kettenbleche angebaut, den Fahrer-Erker gebaut und mit den Halterungen der Stahlwinde (Wagenheber) auf dem rechten Kettenblech begonnen.
Die komplette Oberwanne ist nach wie vor nur lose aufgelegt.







An diesem Punkt angekommen stand etwas an, auf dass ich selten Lust habe : Farbe war nötig ...

Offline Steffen.B.

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Re: Frankenstein der Erste : StuG IV Oktober/November 1944 Baulos
« Antwort #3 am: 27. April 2021, 19:29 »
... dafür war heute die Zeit reif.

Da trocknet 'was auf der Terrasse.  :23:

Die Geschütznische ist lackiert. Im zusammen gebauten Zustand kommt man dort schlecht ran.
CITADEL Zandri Dust aus der Sprühdose, für deutsches WW II Dunkelgelb passt das ganz gut.
Wenn das durchgetrocknet ist, können Ober- & Unterwanne endgültig miteinander verklebt werden und die Detaillierung darf auf die Zielgerade.




Offline Nornagest

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Re: Frankenstein der Erste : StuG IV Oktober/November 1944 Baulos
« Antwort #4 am: 28. April 2021, 09:03 »
Oh, das ist was für mich.
Ich schau gerne zu. :pop:

Gruß
Achim
Ein paar Modelle wollt ich bauen. jetzt bin ich damit soweit im Rückstand, das ich wohl ewig klebe.

Offline Steffen23

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Hallo Steffen,
auch wenn es lange dauert, so ist das hier gezeigte doch ( wie von Dir gewohnt ) von höchster Qualität und historischer Genauigkeit.

Ich freu‘ mich auf weitere Fortschritte!!!

So long
Steffen  :1:
Man kann alles sagen - freundlich und mit Respekt .

Offline Steffen.B.

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Hallo Namensvetter. :biggrin:

Ja. Historische Genauigkeit. Genau das hat mich gerade etwas zurück geworfen. Eigentlich wollte ich mich nur noch mal kurz in die Thematik einlesen, um die Bordwerkzeuge an die richtigen Positionen kleben zu können. Aus diesem "Kurz" wurde viel quer lesen und Bilder wälzen, da hierbei zu klärende Fragen auftraten. :bonk:

Krupp-Gruson in Magdeburg litt immer an Versorgungsproblemen, weswegen man vorausschauend alles hortete und raffte, was sich irgendwie beschaffen lies. So wurden die allerersten 30 StuG IV von Dezember 1943 auf Nibelungen Panzer IV Ausf.H Wannen aufgebaut. Alle StuG IV ab Januar 1944 basierten dann auf von Krupp gebauten Wannen. Die ersten StuG IV zu Jahresanfang 1944 baute Krupp sogar auf eigene Panzer IV Ausf.G Wannen auf (mit entsprechend frühen Merkmalen), bevor man Ausf.H  und schließlich Ausf.J Wannen verwendete.
Im Gegensatz zu Nibelungen wechselte Krupp nie zu den Wannen mit integrierten Schleppösen an den verlängerten Wannenseiten. Man blieb bis zuletzt bei den angeschraubten Schleppvorrichtungen. Ich fand nur ein einziges Originalfoto eines von den Amerikanern erbeuteten und weiter verwendeten späten StuG IV mit integrierten Schleppösen an den Wannenseiten (Herkunft fraglich ; Reparatur mit aus Zwei mach Eins oder umgeleitete Nibelungen-Wanne um Produktionsausfälle zu vermeiden?)

Was heißt das nun für mein Modell ? Skalpell und Säge angesetzt, Schleppösen an den verlängerten Wannenseiten abgetrennt und das Ganze zu den "normalen" verzahnten Wannenseiten einer 10./B.W. Wanne zurück gebaut. Wie eine OP am offenen Herzen. Was ein Spass. Geschraubte Schleppvorrichtungen waren noch in der Krambox, sind vorbereitet und sollten heute Abend ans Modell kommen.

Bilder lohnen noch kaum. Die kommen, sobald die Bordwerkzeuge alle ans Modell angeklebt sind. 
« Letzte Änderung: 03. Mai 2021, 14:21 von Steffen.B. »