Autor Thema: Bristol F.2B Fighter  (Gelesen 681 mal)

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Offline Nasenbaer

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Bristol F.2B Fighter
« am: 03. Juli 2014, 20:38 »
Bristol F.2B Fighter

Es wird Zeit, daß ich euch mein "Geheimprojekt" der letzten sechs Monate präsentiere. Aus bestimmten Gründen (Wettbewerbsmodell) durfte ich nicht früher damit an die Öffentlichkeit.

Geschichtliches

Die Bristol F.2 Fighter war ein zweisitziges Doppeldecker-Jagdflugzeug und kam im Ersten Weltkrieg ab 1916 zum Einsatz.
Das Flugzeug wurde umgangssprachlich auch Bristol Fighter, Brisfit oder auch Biff genannt. Obwohl als Zweisitzer konzipiert, war die agile F2.B in der Lage, mit den einsitzigen Bristol Scout mitzuhalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde die solide Konstruktion zu einem großen Erfolg. Sie blieb bis in die 1930er-Jahre im Militärdienst und wurde auch als Zivilversion erfolgreich eingesetzt.
Gebaut wurde sie von der Bristol Aeroplane Company. Das erste Modell war die Bristol Type 12 F.2A, deren Erstflug am 9. September 1916 erfolgte. Der zweite Prototyp flog am 25. Oktober 1916. Die Konstruktion stammte von Frank Barnwells Type 9 R.2A ab. Dies war ein zweistieliger Doppeldecker mit einheitlicher Spannweite, der mit einem 120 PS (89 kW) starken Beardmore-Motor ausgerüstet war. Angetrieben wurde die F2.A von einem 190 PS (142 kW) starken Rolls-Royce-Falcon-I-Reihenmotor. Die Serienmaschinen bekamen eine überarbeitete Motorverkleidung. Außerdem wurde das Profil der Tragflächen geändert. Der Pilotensitz war nicht mehr mit einer Armierung geschützt. Die Maschine war mit einem vorwärts feuernden 0,303-Zoll-(7,7-mm-)Vickers-Maschinengewehr, dessen Einbau einen Tunnel im Treibstofftank im oberen Rumpf erforderlich machte, sowie mit einem drehbaren Lewis-Maschinengewehr auf dem Beobachterplatz bewaffnet. Es wurden lediglich 52 Maschinen des Typs F.2A gebaut.
Verbesserungen führten schließlich zur endgültigen Bristol Type 22 F.2B, die am 25. September 1916 erstmals flog. Die ersten 150 Maschinen besaßen Falcon-I- oder II-Motoren, der Rest erhielt 275 PS (205 kW) starke Falcon-III-Motoren. Die Maschine erreichte mit dem Falcon-III-Motor 198 km/h. Hispano-Suiza- und Sunbeam-Arab-Motoren konnten dagegen nicht überzeugen. Die F.2B war 16 km/h schneller als die F.2A und stieg 3 Minuten schneller auf 3000 m. Der Beobachterplatz erhielt ein zweites Lewis-MG.
(Quelle: Wikipedia)

Nun aber zum Baubericht!

Vorwort
Für den Bau benutze ich nur wenige Zurüstteile, und die eigentlich auch nur von Eduard. Für die Farbgebung kommen Revell und Vallejo Farben zum Einsatz. Und natürlich Künstler-Acryl-Farben für die Detailierung. Alles Weitere wird in den einzelnen Bauabschnitten genauer dokumentiert.
Und nun viel Spaß mit dem Baubericht.

1: Der Pilotensitz.
Obwohl der Bausatz sehr detailiert ausgeführt ist, gibt es doch das Eine oder Andere zu verbessern. Fangen wir deshalb mit dem Pilotensitz an. Revell hat hierfür eine einfache Sitzschale vorgesehen, wie man sie eigentlich in Fliegern des WWII findet. Bei der Bristol war es aber eine Art Korb-Stuhl. Also habe ich versucht, das Stuhlgeflecht darzustellen. Dazu wurde aus der Schale horizontal in der Mitte ein Streifen rausgeschnitten, und danach mit Fliegengitter aufgefüllt, und die restliche Schale leicht graviert, um den Korb-Effekt zu erziehlen.
Das Ganze sieht dann so aus:











2: Das Cockpit
Kommen wir zum eigentlichen Cockpit. Revell sieht hier einen silberfarbenen Boden vor, was aber eigentlich so nicht korrekt war. Es war ein Holzboden. Diesen habe ich mittels unterschiedlichen Acrylfarben (Hellbraun als Grundierung und gebranntes Sienna und Umbra) versucht darzustellen. Die Tankverschlüsse des Zusatztanks wurden farblich durch helles Messing abgesetzt.









Die Instrumententafel wurde durch Eduard-Ätzteile bereichert, und hat auch ihren Holzton abbekommen, wovon man aber auf Grund der vielen Instrumente bei diesem Maßstab nicht allzuviel sieht. (Ich weiß, die Instrumente sind leicht verrutscht. :x Das war aber erst auf der Makro-Aufnahme zu sehen, und damit nicht mehr zu ändern. Sieht man aber mit bloßem Auge eingebaut ins Cockpit überhaupt nicht mehr. ':D' )



Die Pedalerie ist ja für das Seitenruder zuständig. Um etwas mehr Detailfülle ins Cockpit zu bringen, habe ich die Pedale mit 0,2mm Kupferlackdraht versehen, um die Bowdenzüge zum Seitenruder darzustellen. Selbiges wurde auch für die Höhen- und Querrruder durchgeführt.





Das Cockpit eingesetzt in eine Rumpfhälfte











3. Der Rumpf
Zunächst wurden erst mal die Rumpfhälften innen bemalt und die ganzen Bowdenzüge nach aussen geführt. Hierfür benutze ich sogenannten Elastic-Faden aus dem Kurzwarenhandel. Eine Rolle mit10 Meter Faden kostet runde 1,50 Euro. Da die Gummiseele mit Garn umwickelt ist, ist sie für 1:48 natürlich zu dick. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als das Garn vorsichtig von der Seele abzurebbeln. Die Gummiseele selber ist sehr dehnbar, und im Durchmesser gut geeignet für 1:48.





Nun werden die beiden Rumpfhälften mit dem eingesetzten Cockpit und dem Motor, für den ich aber keinen seperaten Bericht verfasst habe, (zu simpel, und später so gut wie nicht sichtbar) verklebt, und verschliffen.







Jetzt werden noch weitere äussere Bauteile am Rumpf angebracht.





Es folgt das Anbringen der Bowdenzüge für die Ruderansteuerung.





Anschließend wird, wo nötig abgeklebt, und Grundierung und erste Schattierungen aufgetragen.



Es folgt der eigentliche Farbauftrag in Grau, Beige und Olive Drab (leicht gemischt mit Erdbraun)




Offline Nasenbaer

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Bristol F.2B Fighter
« Antwort #1 am: 03. Juli 2014, 20:41 »
Und die Fortsetzung

4. Die Tragflächen
Während der Rumpf trocknet, wenden wir uns den Tragflächen zu. Nach erfolgter Lackierung (Farben wie beim Rumpf) werden wieder diverse Teile angebracht, unter anderem in der oberen Tragfläche das Gyroskop. Revell hat dafür lediglich eine messingfarbene Lackierung vorgesehen, was mich aber nicht so recht glücklich macht. Habe in meinem Fundus glücklicherweise noch ein Ätzteil eines Bordinstruments gefunden, und eingepasst. Ist zwar kein Gyroskop, fällt bei der Größe aber nicht sonderlich auf, und macht trotzdem was her.



Jetzt werden die Verstrebungen der zwei Tragflächen in die untere Tragfläche eingeklebt. Die Streben wurden vorher im Holzton lackiert, und haben, genauso wie der Propeller, mit gebranntem Umbra und Sienna eine Maserung erhalten.





Hier noch eine Detailaufnahme vom Propeller. Warum? Zum einen, um noch mal die Holzmaserung zu zeigen, aber vor allem wegen einer kleinen Eigenheit. Die zwei Kupferbleche auf dem Propeller. Die wurden zur Sicherheit als Kugelabweiser angebracht. Denn obwohl ein Synchrongetriebe dafür sorgen sollte, daß durch den Propeller geschossen werden konnte, sollte bei Versagen eine Beschädigung der Luftschraube verhindert werden.



Nun werden die beiden Tragflächen "verheiratet". Das ist nach der Verspannung der heikelste Bauabschnitt, da 12 Streben, die an der unteren Tragfläche schon verklebt sind, nun in die passenden Löcher der oberen Tragfläche eingeklebt werden müssen. Und gerade soll es auch noch werden. Hier empfiehlt es sich, erst die äusseren Streben einer Seite anzukleben, und diese Streben einen Moment trocknen zu lassen. Dann folgen die inneren Streben. Wieder leicht trocknen lassen, und auf der anderen Seite das selbe Spiel. Als letztes werden die Streben vom Rumpf mit der oberen Tragfläche verklebt, und die gesamte obere Tragfläche mit der unteren abgeglichen.





5. Die Decals
Weiter geht es mit den Decals.
Nachdem das Modell eine Klarlackschicht bekommen hat, sind die Decals dran. Die Decals sind sehr detailiert ausgeführt. Selbst die Reifen-Beschriftung läßt sich bis zur Größenangabe lesen.



Großes Manko der Decals ist der Trägerfilm. Trotz "Weichmacher" sind die Decals recht starr, und brechen dadurch sehr leicht. Und das trotz des relativ dünnen Trägers. Das wird besonnders kritisch bei den großen Kokarden, da man die leider einschneiden muß, um sie an den Anlenkhebeln der Querr-Ruder vorbei zu bekommen.
Revell (oder auch Eduard, falls die Decals von denen sind), wäre gut beraten, die Decals gerade da nachzuarbeiten. Schon eine Trennung der Kokarden zwischen Tragfläche und Querr-Ruder würde sicher sehr helfen. Auf den folgenden Bildern sieht man sehr gut, daß sich trotz aller Vorsicht ein einreißen nicht verhindern läßt.





Die Räder besaßen ja eine Stoffverkleidung mit einem kleinen Sichtloch. Durch dieses Loch konnte man ein bis zwei Speichen des Rades sehen. Dieses Loch findet sich natürlich auch beim Modell. Fehlen halt nur die Speichen. Hierfür habe ich ein kleines Stück Kupferdraht eingeklebt. Wenn man genau hinsieht, ist sie sogar noch mit bloßem Auge zu erkennen.



Jetzt werden die restlichen Decals angebracht. Revell bietet dafür zwei Versionen an. Einmal das 35. Squadron, und dann noch das 62ste. Ich habe mich für das 62te entschieden. Die Decals stellen die Maschine von Capt. Geoffrey Hughes da, wie er sie ab Frühling 1918 über Cambrai flog. Dort gelang es ihm auch, den Bruder des roten Barons Lothar von Richthofen durch mehrere Treffer zur Notlandung zu zwingen.







Nach Anbringen der Decals fehlt eigentlich nur noch der Drehring mit den hinteren MG's, bevor es mit der Verspannung los geht. Diesen sollte man aber besser erst nach Fertigstellung der Spanndrähte anbringen, da man das Modell doch immer wieder drehen und anfassen muß.

6. Die Spanndrähte
Jetzt wird es Zeit, die restlichen Spanndrähte anzubringen. Dies ist mit Abstand die aufwändigste Arbeit. Die F.2B besaß incl. Bowdenzüge rund 80 Züge! Als sinnvoll hat es sich erwiesen, zuerst die diagonalen Spanndrähte zwischen den Streben (Längsachse) anzubringen, und danach die restlichen zur Querrachse. Befestigt werden die Drähte mit einem Tropfen Sekundenkleber. Die Klebefläche ist ausreichend belastbar, um die Fäden unter leichtem Zug zu spannen. Am Ende werden es rund 3 Meter Spanndrähte und Züge sein, die angebracht wurden! Hier mal ein Bild von schon vorbereiteten Spanndrähten:


(eine kleine Auswahl der Spanndrähte)











Nachdem alle Spanndrähte angebracht sind, werden selbige mit Gun-Metall von Vallejo eingefärbt, und bekommen an den Enden noch "Spannvorrichtungen" in Alu aufgemalt. Beim Bemalen ist der Gummifaden von großem Vorteil, da man auch an Stellen, die dicht an Tragfläche/Rumpf liegen, durch unterlegen von Papier oder Plastiksheet gefahrlos malen kann! Jetzt ist das Flugzeug bereit zur endgültigen Fertigstellung.



Stopp! Da war doch noch was? Richtig! Der Drehring mit den MG's!





7. Letzte Arbeiten
Nun folgt noch das Washing etc. Hierfür arbeite ich hauptsächlich mit Künstlerfarben. Habe mich allerdings mit dem Altern und Verschmutzen sehr zurück gehalten, da die englischen Maschinen (auf Grund der Luftüberlegenheit zum Ende des Krieges) laut den Bildern, die mir vorliegen, recht gut gewartet wurden, was angesichts der Stoffbespannung auch unabdingbar war. Auch Motorverschmutzung durch austretenes Öl gab es, im Gegensatz zu manch anderen Motoren, durch den Rolls Royce Falcon Motor bei der F.2B kaum.









Desweiteren wird das Modell auf eine Dio-Platte gestellt, und noch von ein paar Piloten und Bodenpersonal "eingerahmt". (hier verzichte ich auf einen Baubericht, da ja das Flugzeug in diesem Fall den absoluten Vorrang hat. Das Ergebnis kann man später dann in der Präsentation sehen.
Noch ein Hinweis zum Modell. Leider ist Revell/Eduard ein grober Fehler unterlaufen, was die Auspuffrohre und Beobachter-MG's angeht. Will man, wie ich, die F.2B in der Ausführung des 62. Squadrons (geflogen von Capt. Geoffrey Hughes) darstellen, muß man die langen Auspuffrohre nehmen! Mir ist der Fehler leider zu spät aufgefallen, und lässt sich auch nicht mehr korrigieren, da die kurzen Rohre schon eingeklebt sind. Was die MG's angeht, hatte die Maschine zwei MG für den Beobachter! Dies habe ich Gott sei Dank noch umsetzen können.


(Quelle:airwar1.org.uk)

Was auf den Bildern noch nicht zu sehen ist, ist der Überzug mit Seidenglanzlack! Das mache ich jetzt noch so nebenbei. Damit verschwinden dann auch die Klebestellen und matten Bereiche, so das alles schön gleichmäßig aussieht. Dürfte dem Baubericht aber keinen Abruch tun.

Ich hoffe, euch hat mein Baubericht gefallen. Ein Rollout gibts natürlich auch noch!  ':26:'

Gruß
Jürgen