Autor Thema: Evolution - Reinigung, Tips, Wartung... Teil 2: Wartung  (Gelesen 685 mal)

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Offline Rafael Neumann

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Evolution - Reinigung, Tips, Wartung... Teil 2: Wartung
« am: 30. November 2022, 22:17 »
Hinweise zu Wartung und Pflege, erstellt von Klaus Hoffmann


Die Evo braucht wirklich nicht viel Zuwendung, wenn man etwas Sorgfalt bei der Reinigung walten läßt.
Trotzdem hier ein paar Tips, worauf man achten sollte und was so an potentiellen Ersatzteilen fällig sein kann:


Schmierung:

Für einen weichen, widerstandsfreien Lauf der Mechanik schadet es nicht, ab und an mal gezielt eine winzige (!!!!) Menge Öl einzusetzen.
Konkret sind das bei mir die folgenden Stellen:


- Das Mittelteil wird zerlegt, indem man die hintere Schraube, durch die die Nadel eingeführt wird, abschraubt:



Dann sollte man ein sehr wenig (!!!) Öl auf die Achse des im Bild linken Teils und auf die Feder aufbringen.
Ich mach das mit einem leicht in Öl getränktem Wattestäbchen.
Als Öl nehm ich entweder das feine Öl von Kontakt-Chemie oder zur Not auch mal das Allroundzeug WD-40.


Ansonsten kommt nur an die Hebelmeschanik ein Hauch Öl, und zwar zum einen an die kleine Kugel unten, die auf das Luftventil drückt,
und zum anderen auf die Achse, die durch den runden Hebel läuft.
Wie gesagt: Kleinste Mengen!




Auf gar keinen Fall darf Öl irgendwie in die Nähe von Farbe kommen, also niemalsnienicht in den Farbkanal, auf die Nadel oder auf die Düse!!!


Dichtungen:

Es gibt ein paar Dichtungen in der Evo, die man im Auge behalten sollte.
Grundsätzlich halten die sehr lange, wobei es angeblich auch welche gibt, die weniger lösungsmittelresistent sind,
aber ich hab da anscheinend die robuste Sorte erwischt.


Fangen wir mal an:

- Düsendichtung:



Diese weiße Teflondichtung ist einer der Kandidaten, wenn mal Luftblasen im Farbnapf blubbern, und zudem kann hier bei defekter Abdichtung
Farbe in den Luftkanal gelangen, ... was sehr, sehr schlecht ist.


- hintere Nadeldichtung:



Diese sitzt etwas versteckt im hinteren Teil; siehe das kleine Messingteil in der Mitte.
Die Dichtung bzw. deren Haltering muß mit einem Schraubendreher entfernt werden; idealerweise einer mit 4mm Klingenbreite.





Auch hier sitzt wieder eine weiße Teflondichtung, die man ab und an checken sollte,
besonders wenn die Nadel zu schwer läuft oder man beim Reinigen hier viel Farbreste findet.



Diese hier wird nicht mehr ewig halten, funktioniert aber noch tadellos.


- Dichtung am Farbtrichter:



Hier sitzt unten am Gewinde, wo der Farbtrichter reingehört, ein dünner, schwarzer Gummidichtring.
Den mußte ich noch nie wechseln, der scheint sehr unkritisch zu sein.


- Dichtung an der Düsenkappe:



Das ist eigentlich diejenige, die am meisten Obacht erfordert.

Durch das häufige Lösen scheint die mit am schnellsten zu verschleißen, und genau diese Dichtung ist auch vornehmlich
für das oft geschilderte Blubbern im Farbnapf verantwortlich.
Bei einem Defekt ist keine saubere Trennung mehr von Luft- und Farbfluß gegeben, so daß dann eben Luft in den Farbnapf gelangt und dort fröhlich blubbert...


Der Vollständigkeit halber seien noch die Dichtungen am Luftventil erwähnt, die ich aber bisher nie wechseln mußte:





Es gibt hier eine kleine oben am Ventilknopf und eine größere unten am Gewinde.


Die Dichtungen gibt es einzeln, aber es gibt auch für ungefähr 7 bis 9 Euro einen kompletten Dichtungssatz,
der sich auf jeden Fall lohnt.
Sollte man immer mal vorrätig haben!




Als Abschluss zum Thema Dichtungen hier nochmal der komplette Dichtungssatz mit der Zuordnung:



Ich zähle mal auf, von links nach rechts:

- Hintere Nadeldichtung (kleines Loch)

- Düsendichtung (großes Loch)

- Dichtung für Schlauch bzw. Schnellverschluß-Nippel

- obere Dichtung Luftventil

- kleinere Ringe: Dichtung Düsenkappe

- etwas größerer Ring: Dichtung Farbtrichter (im Pistolenkörper)

- ganz große Ringe: mittleres Griffstück

Die untere Dichtung des Luftventils müßte identisch mit der des Farbtrichters sein!



Achtung: Die Beschreibung gilt für die alten Kennzeichnungen!
Kennzeichnung der Nadel-/ Düsen-/ Düsenkappenkombinationen

Die verschiedenen Düsengrößen der Evo sind zwar eine praktische Sache,
aber man sollte penibel darauf achten, daß immer exakt die richtige Kombination aus Düse, Nadel und Düsenkappe eingebaut wird.

Hier gibt es in der Tat minimale Unterschiede, und ein Vertauschen kann schnell zu einem irreperablen Schaden besonders an der Düse führen,
oder zumidnest zu einen nicht optimalen Handling, weil Luft und Farbe nicht abgestimmt sind.

Mitunter ist es ein wenig schwierig, zuzuordnen, was denn nun die 0,2er Nadel, die zugehörige Düse und die zugehörige Kappe ist.
Darum hier mal exemplarisch die Kennzeichnungen der 0,2er und 0,4er Kombinationen im Detail:


- Das Set 0,4 mm:



Markant ist hier:

- ein mittlerer Ring an der Düse
- ein feiner Ring an der Nadelkappe eingraviert
- eine Kerbe am Nadelende


- Das Set 0,2 mm zeigt schön die Unterschiede:



- glatter Düsenkörper ohne Ring
- kein Ring an der Kappe
- keine Kerbe am Nadelende


Da ich nur diese beiden als Fotomodell zur Verfügung habe, hier noch eine Liste mit weiteren Infos zu den Sets.
Nadel                 

Größe                  Markierung
  0,15                    Keine
  0,2                     Keine
  0,4                     eine Kerbe
  0,6                     zwei Kerben



Düse

 
Größe                 Markierung
  0,15                    eine Kerbe
  0,2                     Keine
  0,4                     eine Kerbe
  0,6                     zwei Kerben



Luftkopf


Größe                  Markierung
  0,15                    Keine (identisch mit dem der 0,2 mm!)
  0,2                     Keine
  0,4                     eine Kerbe
  0,6                     zwei Kerben


Diese Liste ist für alle H&S Evo's gültig. Für die Hansa-Pistolen gelten andere Markierungen.


Justierung

Wer mag, kann ein bißchen Feintuning betreiben. Muß nicht sein, kann aber das Handling schon mal angenehmer machen.
Dazu gibt es vor allem zwei Optionen:



1) Wenn man den Schlauch bzw. Schnellverschluß-Nippel abschraubt, kann man von unten in das Luftventil gucken:



Dort sieht man, daß es an dem Messingteil einen Schlitz für einen Schraubendreher gibt.
Hier kann man ein wenig die Federspannung einstellen, sprich: Wie fest man den Hebel für die Luftzufuhr drücken muß.
Ich hab das zum Beispiel sehr leicht eingestellt, wobei man nicht zuviel drehen darf, weil sonst die Luft schon durchgeht,
ohne daß man überhaupt den Hebel drückt.


2) An der hinteren Nadeldichtung kann man in einem gewissen Rahmen bestimmen, wieviel Widerstand der Nadel entgegengesetzt wird.

Ich schraube die Dichtung immer sachte fest und drehe dann nochmal eine viertes bis halbe Umdrehung wieder locker,
so daß einerseits die Nadel sehr leicht läuft, aber andererseits keine Farbe nacht hinten durchkann.
Auch hier einfach mal ein wenig rumprobieren:





Luftkanal

Die Luft strömt bei der Evo bei geöffnetem Luftventil durch das kleine Loch, das man hier am linken Rand der Öffnung sieht, und den Luftkanal:




Austreten tut sie dann vorne, unterhalb des Nadelkanals durch die kleine, sichelförmige Öffnung:



Von dort strömt die dann außen um die Nadel herum und zieht die Farbe mit.

Sollte es mal Probleme in der Form geben, dass absolut keine Luft mehr kommt, sollte man das Luftventil herausschrauben und testen,
ob dort an der seitlich sichtbaren Öffnung am Gewinde Luft austritt:



Wenn nein, ist das Ventil das Problem.
Wenn ja, dann muß irgendwas im Luftkanal hängen oder es kann keine Luft um die Düse strömen.
Für die Fehlersuche kann man die Düsenkappe abschrauben und mal trocken testen, ob da Lust ankommt.
So kann man das Problem Schritt für Schritt eingrenzen.


Allgemeines


- Reinigung mit Ultraschallbad:

Ich würde das ausdrücklich nur für die unbeschichteten Metallteile wie Düse, Nadel oder hintere Nadeldichtungskappe empfehlen.
Ansonsten riskiert ihr auf Dauer, daß sich die Beschichtung des Pistolenkörpers ablöst.
Zumindest ein Fall ist mir dazu in Erinnerung.


- Abnehmen bzw. Aufsetzen des Düsenkopfs

Wenn ihr mal nur den Düsenkopf abschraubt:



solltet ihr vor dem Wiederaufschrauben unbedingt die hintere Schraube lösen und die Nadel ein Stück nach hinten ziehen!



Ansonsten riskiert ihr, daß die Düse beschädigt wird, wenn man den Kopf mal einen Tick fester anzieht wie vorher,
oder es kann beim Einsetzen zu einem Stups auf die Nadelspitze kommen, was auch nicht das Beste ist, wenn die fest fixiert ist.


Ich hoffe, der eine oder andere findet hier vielleicht noch einen Tip, den er verwerten kann!

Schöne Grüße  :1:
Klaus
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...