Schützenpanzer Marder 1 A5A1 mit Barracuda-Tarnung

Begonnen von Rafael Neumann, 23. Juni 2022, 16:20

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Rafael Neumann

Hallo zusammen,

wie viele andere auch lese ich lieber Bauberichte, als dass ich selbst welche erstelle, aber ab und zu muss es einfach wieder sein - auch wenn dann angefangene Projekte wieder ins Hintertreffen geraten. Leider war es wieder so weit, denn ich hatte mich nach der Lektüre von "Danish Leopards in Helmand" in die Bundeswehrfahrzeuge mit Barracuda-Tarnung schockverliebt. Das Objekt der Begierde sollte dann allerdings kein Leopard, sondern ein Marder in Vollausstattung werden, wie er in Afghanistan im Einsatz war. Bei vielen Detailfragen konnten mir zwei echte Marderspezialisten vom Modellboard, Andreas und Didi, weiterhelfen. Beide verdienen meinen absoluten Respekt, denn sie haben auch bei den "dümmsten" Fragen nicht die Flinte ins Korn geworfen und immer eine Antwort gefunden, die dann regelmäßig mit sehr gutem Bildmaterial verbunden war. Diese Unterstützung war dann auch ein Grund dafür, warum ich auch diesen Umbau wieder in einen Baubericht einkleiden wollte.

Also sei's drum, wozu bereits angefangene Bausätze fertigstellen, wenn man sich auch auf etwas Neues freuen kann? Hier ist mein nächstes Baby, dass ich bereits vor einiger Zeit begonnen habe:

Schützenpanzer Marder 1 A5A1 mit Barracuda-Tarnung



Der Schützenpanzer (SPz) Marder, ein Produkt von Rheinmetall Landsysteme, war seit 1971 das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere der Bundeswehr. Genutzt wurden die Ausführungen 1A3, 1A4 und 1A5, die Besatzung bestand aus Fahrer, Richtschütze, Kommandant und sieben Panzergrenadieren.

Nach diversen Anpassungen begann im Dezember 2002 eine Kampfwertsteigerung zum Marder 1A5. Sie umfasste den Einbau eines Minenschutzes, was aber bei einer Gewichtszunahme auf insgesamt ca. 37,5 Tonnen bei gleichzeitigem Mobilitätsverlust führte. Die Marder 1A5 wurden im Ausland eingesetzt und im Dezember 2010 erfolgte die Auslieferung der ersten Marder 1A5A1. Wichtigste Änderungen hierbei sind die Raumkühlanlage am Fahrzeugheck links, die Mobile Multispektrale Tarnausstattung (MMT) und der CG12-IED-Störsender, wobei diese Ausrüstung besonders für Auslandseinsätze wie den Afghanistaneinsatz entwickelt wurde. Die "Barracuda-Tarnung" (MMT) besteht aus mehreren Isoliermatten, die auf den Marder zugeschnitten sind und die Fahrzeugkonturen verschleiern sollen; hauptsächlich bewirken diese aber auch eine Reduzierung der Wärmeeinstrahlung in das Fahrzeug in tropischen Einsatzgebieten und die Reduzierung der IR-Signaturen nach Außen. Der Störsender CG12 ist durch eine kleine Antenne vorne rechts auf dem Fahrzeug gleich neben dem Außenspiegel erkennbar.

Wenn man so ein Fahrzeug bauen will, benötigt man zunächst als Basisfahrzeug den Marder 1 A5A1 von Revell. Der Bausatz basiert auf den Grundbausatz des Marder 1 A3, der natürlich bereits vor einigen Jahren auf den Markt gebracht wurde - genau genommen als Bausatz 03021 im Jahr 1997. Diesem Bausatz wurden dann im Jahr 2010 alle Teile hinzugefügt, die man für einen Marder 1 A5A1 benötigt und so wurde daraus Bausatz Nr. 03092. Die Teile weisen die übliche Revell-Qualität auf (das ist halt gut oder eben nicht so gut), auf jeden Fall bekommt man ein gutes Modell des Marders in aktuellster Ausführung - zumal der Marder auch von keinem anderen Hersteller angeboten wird. Die beigelegte Vinylkette ist nicht jedermanns Sache, obwohl Revell diese in neuer und verbreiterter Form anbietet. Das Treibrad greift nun korrekt Kettenkörper und nicht mehr zwischen die Endverbinder, allerdings sind nun wieder die Kettenpolster nicht ganz korrekt. Wer also sowieso kein Freund dieser Gummiketten ist, findet mit der passenden Einzelgliederkette von Perfect Scale Modellbau, PSM A1012 Diehl1028, eine gute Alternative.

Der Hauptbestandteile des Umbaus ist dann der Umbausatz 35093 von PSM, Marder 1 A5A1 Conversion. Auf diesen gehe ich natürlich im Laufe des Umbaus ein, vorgestellt hatte ich ihn ja bereits:
https://modellbauforen.de/index.php/topic,16348.msg317267.html#msg317267

Ergänzt werden diese Basissets wie bei den meisten meiner Bausätze durch ein reichliches Zubehörpaket, hier mal ein komplettes? Who-is-who für den Marder 1 A5A1:




Das Fahrzeug, das ich darstellen möchte, ist eine Mischung diverser Ausstattungsvarianten, die ich inzwischen auf vielen Bildern gefunden habe. Allerdings darf ich hier leider noch kein Originalbild zeigen, da die Bildrechte bei zwei Fotografen liegen und sie sich noch nicht zu einer Veröffentlichung hier im Forum geäußert haben. Man findet aber entsprechende Bilder im Heft 5046, Marder 1A5 und 1A5A1 von Tankograd oder hier auf der Seite:
https://www.kietzmann.eu/search?KW=marder&I_DSC_AND=t&I_DSC=marder+&I_USER_ID=U0000_rAZwZQtPuA&_ACT=search

Auf jeden Fall bekommt ihr eine Vorstellung davon, was es werden soll:
Ein "Eisenschwein" neuester Generation im Einsatz.


Der Bau beginnt wie meistens mit dem Bau der Unterwanne aus dem Revellbausatz. Hier müssen lediglich die Stoßdämpfer und die Stützrollen angebaut werden, später kommen dann die Laufrollen sowie Treib- und Leiträder hinzu, die einfach mit Polycabs aufgesteckt werden können:



Die Stützrollen könnte man theoretisch auch weglassen, weil man diese später - zumindest bei vollständiger Verwendung der seitlichen Barracuda-Matten -  nicht mehr sehen wird, aber ich bin da kein Freund solcher "Sparmaßnahmen", und die Rollen dienen später immer noch als Auflage für die Kette.

Als nächstes steht dann mit der Heckwand bereits das erste größere Bauteil aus dem Umbausatz auf dem Programm, wobei die Teile von Revell hier komplett ersetzt werden. Hier muss man ganz schön aufpassen, denn der Anguss ist recht massiv und die Fischhaut der Heckklappe wiederum sehr dünn, so dass man den oberen und unteren Steg schnell zerbrechen kann, wenn man zu viel Kraft oder das falsche Werkzeug einsetzt. Das Resin von PSM ist zum Glück recht flexibel, so dass man sehr gut damit arbeiten kann. Bevor man die Heckwand verbaut wird die Heckluke eingeklebt, was dem Bauteil zusätzlich mehr Stabilität verleiht. Hier mal ein Vergleich der beiden Teile:





Um das Heck ohne Spannung in die Unterwanne einkleben zu können, sind noch ein paar Anpassungsarbeiten erforderlich, aber das gehört halt zu einem Resinbausatz dazu. Zunächst wird die obere Kante vorsichtshalber mit einem Plastikvierkant verstärkt:



Das Einkleben klappt danach dann einwandfrei, wobei ich vorsichthalber einen 2k-Kleber verwendet habe. Evtl. nicht zu vermeidende kleine Spalten können auf jeden Fall später noch geschlossen werden:










Danach war dann die in einem Stück gegossene Oberwanne an der Reihe. Später habe ich mir von Gerold Betzler erklären lassen, dass er die Barracuda-Tarnung mit Milliput nachgebildet hat, um den Master zu erstellen. Wenn man sich die Wanne anschaut, kann man sich gut vorstellen, was für einen Aufwand er damit getrieben hat. Etwas näher heran, zunächst die Wanne komplett...,



und der der vordere Teil ...



und der rückwärtige Teil ...



Von Revell hat PSM leider auch die Idee übernommen, die Bauform der Wanne ohne die oberen Kettenabdeckungen darzustellen. Das macht das Konstrukt etwas instabil und erfordert beim Verkleben ein paar Zwingen und eine längere Trocknungszeit, aber damit kann man gut leben. Zum Glück war die Oberwanne fast nicht verzogen, so dass nur ein wenig mit einem Wasserbad nachgeholfen werden musste. Beim Trockenpassen zeigt sich die erste kleine Schwäche der Bauanleitung. Ich bin ja bekennender Blindfisch und empfinde daher die Bildchen auf den kopierten Seiten sowieso als zu klein. Von daher hatte ich bereits Abhilfe geschaffen und Herrn Betzler um entsprechende höher aufgelöste Seiten gebeten; diese hat er mir auch ohne Probleme überlassen. Für den Anbau der Oberwanne erkennt man auf 2 schon recht kleinen Fotos, dass an der Revell-Unterwanne im vorderen Bereich an zwei markierten Stellen die rechte und
linke Ecke gekürzt werden soll. Leider gibt es dazu keinerlei Hinweise, was wo genau und wie stark zu kürzen ist. Learning by doing wäre ein Mittel der Wahl, aber das hat mir nicht immer gutgetan, und die Form der Innenwanne passt eigentlich auch gar nicht zu den Markierungen:



Letztendlich bin ich im Netz fündig geworden, weil Thomas Hartwig von Panzer-Modell irgendwann vor dem gleichen Problem stand und feststellte, dass die Bauform der Oberwanne das Ganze vereinfacht. Sie liegt ja tatsächlich nur an zwei Stellen – also Front und Heck - auf, so dass  der jeweils vordere Seitenbereich der Unterwanne weggeschnitten werden kann. Damit hat die neue Oberwanne genügend Platz und man sieht spätestens nach dem Anbringen der vorderen Panzerung und der Matte nichts mehr davon:





Bevor man die Oberwanne verklebt, werden noch ein paar Teile verbaut, weil man da sonst später nicht mehr herankommt. Es geht hier um das Innenleben der seitlichen und hinteren Winkelspiegel und die obere Innenplatte des Kampfraumes, die man auch weglassen könnte, wenn man die Luken geschlossen darstellt. Allerdings hat man durch diese Platte auch mehr Halt und eine größere Klebefläche für die Luken. Auch hier ist ein Trockenpassen sehr wichtig, und damit die Teile später nicht schief in der Oberwanne stehen, werden sie sauber gestiftet und dann auch wieder mit 2k-Kleber eingeklebt:





Nach dem Einkleben der Oberwanne habe ich die Lücke zwischen Ober- und Unterwanne durch zwei passend zugeschnittene Streifen Polystrol geschlossen, so dass nun die gesamte Innenfläche der Wanne einschließlich der oberen Kettenabdecken geschlossen ist:





Damit wäre der erste große Bauabschnitt abgeschlossen, und mit dem Ergebnis kann man dann weiterarbeiten:











Das wäre es erst einmal mit diesem ersten Teil des Bauberichtes. Jetzt brauche ich erst wieder ein paar Tage, um den nächsten Bauabschnitt in Worte und Bilder zu fassen.
Falls es Euch gefällt oder auch nicht: Feuer frei, und bleibt gesund
Rafael
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

eydumpfbacke

Ist ja mal wieder vom allerfeinsten Rafael  :ThumbUp: :ThumbUp:
Gruß
Reinhart

Exercitatio potest omnia

Steffen K.

Zitat von: Rafael Neumann am 23. Juni 2022, 16:20
....
Also sei's drum, wozu bereits angefangene Bausätze fertigstellen, wenn man sich auch auf etwas Neues freuen kann ?

... der Satz könnte von mir sein.  :23: :23:

Eine tolle Material- und Informationsschlacht hast du da angefangen. Respekt.   :7: :7:

... also ich bin dabei.     :pop:
"Schöne Grüsse aus der Westpfalz"

LowBudget

Spannendes Projekt, da schau ich gerne zu  :ThumbUp:

Als ich am Anfang Revell gelesen habe, kräuselten sich die Fußnägel. Mit der Firma verbinde ich vieles aber keine guten Bausätze. Umso besser, das dass meiste nun eh mit den Resinteilen von MR ersetzt wird  :37:

Wimpl

Revell hat halt den großen Vorteil, dass sie auch deutsche Fahrzeuge als Modell herausbringt, die ein wenig aus der Linie schlagen (der Marder gehört hier dazu, genauso der Dingo...), aber man muss halt viel Arbeit und für einiges auch Zurüstsätze verwenden um ein (halbwegs) richtiges Modell zu kreieren...meinen Dingo habe ich nach 3 Versuchen, die Nase an die Wanne anzubauen vor Zorn in die Tonne gekübelt weil einfach nix gepasst hat...das ist aber schon ewig her, vielleicht baue ich mal einen 2. :3:
Greetings to NSA...have fun with my postings!!!!

Rafael Neumann

Hallo zusammen,

eine "Informationsschlacht" wird es wohl nicht, aber ich finbde es selbst immer interessant, wenn zu Bauabschnitten oder auch Bauteilen dann die passenden hintergrundinformationen geliefert werden. Da ich reichlich Kontakt mit den beiden Marderspezialisten hatte, werde ich auch die Erkenntnisse daraus - oft mit Fotos belegt - in den Baubericht einfließen lassen.

Tja, das leidige Thema Revell.
Revell ist definitiv nicht mein Favorit bei den Herstellern, aber diverse deutsche moderne Fahrzeuge gibt es halt anderswo nicht; neben Marder und Dingo gilt da ja z.B. auch für den Kanonenjagdpanzer, den ich früher mal fahren durfte. Ich hatte auch im Modellboard in einem älteren Beitrag von 2016/2018 gelesen, dass es mal jemanden gab, der 3D-Teile für den Marder hergestellt hat. Er wollte einen kompletten Bausatz herausbringen, aber leider hat er keinen Abnehmer für seine CAD-Zeichnungen gefunden - hat also leider nicht funktioniert. Das wäre schick gewesen, diese Fahrzeuge mal auf eine komplett neue und vor allem aktuelle Basis zu stellen.

Warum Revell problematisch ist zeigt beispeilsweise auch gleich ein Blick auf das Fahrwerk. Die "Schwingarme" sind incl. der Halteplatten komplett angegossen und man müsste alles herunterschneiden, um das anders und auch beweglich zu machen - irgendwo gibt es da auch ein passendes Zubehörset auf dem Markt. Aber hiervon sieht man dann spätestens nach Montage der Laufrollen auch nichts mehr und daher habe ich mich entschieden, das so zu lassen und da nicht dranzugehen. Es gibt andere Dinge am Revellbausatz, mit denen ich mich noch ausreichend beschäftigen kann.  :bonk:

Schöne Grüße
Rafael
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

Demolitian Man

Interessanter Umbau!

Auf dem Marder war ich als PZ.Grenie auch stationiert, das war schon ein feines Vehikel.

Revell finde ich auch sehr grenzwertig, allerdings gab es nicht mal von Tamiya einen Bausatz?
Vllt bringt ja Takom mal einen raus, die haben ja einiges an BW Material im Programm, bzw spätestens wenn (oder falls), Deutschland welche an die Ukraine liefert, kommen welche als Sondermodelle von diversen Herstellern raus.

Auf jeden Fall bin ich auf das Ergebnis gespannt :biggrin: :ThumbUp:

Rafael Neumann

Moin.
Tamiya hat mit dem Bausatz 35162 leider nur einen Marder 1A2, und dann fehlen einfach alle Anpassungen über den A3 und A5 zum A5A1.
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

richtfunker

In jeder Hinsicht grandios!

Da werden Erinnerungen wach, wenn ich das dunkelgrüne Plastik sehe. Vor ein paar Jahren habe ich einen 1A3 von Revell/MBK gebaut, als Geschenk für einen inzwischen leider verstorbenen Kameraden.

Der Bausatz war teils gut, teils grottenschlecht. Man kann etwas daraus machen, aber der Aufwand ist dann enorm - siehe hier. Damals hatte ich ein Original bei einem Tag der offenen Tür in Oberviechtach von allen Seiten fotografiert, um das Fahrzeug wenigstens von der Bemalung einigermaßen hinzukriegen.

VG
Christoph
Viele Grüße
Christoph

Floriansjünger

Also erstmal - sehr interessant das alles. Da bleibe ich mit dran!

Ich finde, wenn man ohnehin einen sehr großen Umbau mit viel Eigenarbeit und Eigenrecherche plant, dann tut es auch ein Revell-Kit als Basis. Aber sobald man auch nur halbwegs ohne groß zu recherchieren bauen möchte, oder eine zeitgemäße Detailtreue haben möchte, sollte man sich das zweimal überlegen. Es spricht glaube ich für sich, dass deren "höchstes Niveau" als mehr als 150 Teile definiert ist...
Andererseits lässt sich daraus schon etwas schönes bauen, wenn man entsprechend gewillt ist. Und dieses Projekt sieht danach aus, als ob es auf dem besten Weg dahin ist!

Schöne Grüße,
Matthias
Ich bin Modellbauer, kein Fotograf!

Wimpl

ZitatAber sobald man auch nur halbwegs ohne groß zu recherchieren bauen möchte, oder eine zeitgemäße Detailtreue haben möchte, sollte man sich das zweimal überlegen. Es spricht glaube ich für sich, dass deren "höchstes Niveau" als mehr als 150 Teile definiert ist...
Ich muss jetzt ehrlich sein...das wusste ich auch nicht dass es nur 150 Teile sind...Was sind dann bei denen Bausätze mit mehr als 500 teilen?? mega-Mörder-Kolossal-Bausätze???

Aber ehrlich: Als Basis geht Revell immer, vor allem weil´s nix anderes gibt...verfeinern kann man viel, auch wenn es Zeit und Geldaufwändig ist. Aber will ich den gespritzten Grill runterschneiden, dann mühsam das Gitte wieder aufbauen und am Ende siehts (fast) gleich aus wie vorher, nur leider sind einzelne Gitter schief? ich kenne mich da, das passiert mir immer und ich ärgere mich dann.

Schön war der KaJaPa und der Jaguar mit HOT/TOW...lediglich die Kette geht gar nicht, da empfehle ich was anderes, aber Friul bietet Ersatz und auch Perfect Scale...

Bei Tamiya muss man immer aufpassen, ob die nicht alte Bausatzformen aufkaufen und unter ihrem Label neu auflegen...Italery-Modelle sind da klassische Kandidaten für!

Aber ich finde den Umbau hier nicht schlecht, ist halt mal ganz was anderes, und Barakuda sieht man ja auch nicht oft! Ich bleibe dran!!
Greetings to NSA...have fun with my postings!!!!

michel2827

wieder ein interessantes Projekt Rafael. Du pickst dir immer richtige Schmankerl raus. Ich bleibe hier dran und lese fleißig mit
Gruß Carsten

Valar Morghulis

Rafael Neumann

Moin,

die Anzahl der Teile empfinde ich als gar nicht so wirklich wichtig - ich habe mich ja nun einmal auch schon negativ über Miniart geäüßert, die manchmal in einem Anfall von Teilewut eigentlich kleine Bauteile aus 8 Einzelteilen bestehen lassen, die man besser in einem Rutsch hätte gießen können. Allerdings ist es auch wieder grenzwertig, wenn - wie hier beim Marder - ein so komplexes Bauteil wie Schwingarm/Federelement eben "nur" angegossen ist.

Carsten, das mit den "Schmankerln" empfinde ich gar nicht so, aber ich schwenke bei Interesse einfach schnell um, was dann wieder mein Projekteregal erweitert, aber mich nicht wirklich weiterbringt, um einmal wieder etwas komplett abzuschließen.  :denk: :bonk:

Aber so ist der Mensch - zumindest ich
Schöne Grüße
Rafael
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

Rafael Neumann

Hallo zusammen,

ich zitiere:
"Jetzt brauche ich erst wieder ein paar Tage, um den nächsten Bauabschnitt in Worte und Bilder zu fassen."
Das war aus meiner Sicht eigentlich eine gute Idee, die ich aber wohl zu großzügig umgesetzt habe, denn es sind ja eher ein paar Monate geworden. Sei's drum, das Projekt ist natürlich nicht tot und es wird Zeit, die nächsten Baufortschritte zusammenzufassen. Los geht's mit der unteren Wanne.

Ich habe mich dazu entschlossen, die großen seitlichen Abdeckungen aus dem Umbausatz von PSM gar nicht zu verwenden, sondern stattdessen die Seitenschürzen aus dem Bausatz anzubauen. Die Kombination finde ich irgendwie spannender als letztendlich alles unter dem Barracudakleid verschwinden zu lassen. Und wie man auf vielen Einsatzfotos gerade auch im Tankograd-Heft über den Marder 1A5 sieht, war das gar nicht so unüblich. Der erste Schritt dazu ist unspektakulär, da nur die Schürzen von Graten befreit und versäubert werden müssen:



Die nachfolgenden Anpassungen waren etwas kniffeliger, da immer kleine Bereiche der Barracuda-Tarnung entfernt bzw. leicht ausgehöhlt werden mussten, damit die Halterungen der Schürzen hineinpassen und leicht überlappen konnten. Hier werde ich auf jeden Fall noch nachbessern müssen, wenn alle Teile endgültig an ihrem Platz sind. So weit, so gut:









Die Seitenteile selbst habe ich - gerade auch wegen der Verbindung zur Oberwanne aus Resin mit einem 2k-Kleber verbunden, der noch eine zeitlang korrigiert werden kann und erst nach einigen Minuten anzieht. Ich nehme hier bis jetzt gerne UHU-Plus Schnellfest. Innen habe ich die beiden Schürzen vorsichtshalber noch mit einem Messingprofil verstärkt, was das Ganze nun recht stabil macht:





Insgesamt kamen dann zunächst drei Staukisten auf die Wanne, die ich mit ein paar Bügeln aus Kupferdraht versehen habe - nix spannendes also. Zwischen den ganzen von Innen eingesetzten Winkelspiegeln müssen am Heck und an beiden Seiten "winzige" PE-Gitter in die
schmalen Spalten - wenn möglich - sauber eingeklebt werden; das war schon interessanter:



Obwohl meine Finger für solche Übungen nicht ganz so geeignet sind, habe ich mir vorgenommen, das zumindest auszuprobieren. Das hier sind die Teile von PSM, um die es geht:





Und wie man feststellt, wird es nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Der Bastler wächst halt - wie eine Leber - mit den Aufgaben:









Vorsichtshalber habe ich dann den gesamten Bereich um die Winkelspiegel herum schon einmal mit Schwarz vorlackiert, um zu verhindern, dass später noch Resin durchschimmert:



Im vorderen Teil der Wanne gefiel mir die komplett zugehängte Ansicht nicht, so dass ich mich entschlossen habe, die Flächen für die Blinker freizulegen und auch beide Frontscheinwerfer aus dem Bausatz einzubauen. Im ersten Schritt wurden mit diversen Bohrern Löcher für die Scheinwerfer in die Resinblöcke gebohrt und diese Öffnungen vorsichtig vergrößert, was tatsächlich funktionierte:





Auch die eingepackten Blinker mussten weichen, damit eine ebene Fläche entstehen konnte. Auch diese Operation gelang:







Der letzte Teil für heute betrifft dann nur noch ein wenig Fleissarbeit, nämlich die Laufrollen. Da die Optik der Revellteile nicht ganz so ansprechend war, habe ich ein passendes Set von PSM dazugeholt. Dieses enthält sauber gegossene Oberteile der Laufrollen, die dann mit den Unterteilen aus dem Bausatz verklebt werden:







Die gleichen Arbeitsschritte sind dann auch noch für Leitrad und Kettenrad erforderlich - da ist wohl zumindest ein Bild verschwunden:







Das wäre es nun mit diesem zweiten Teil des Bauberichtes. Der nächste Abschnitt betrifft dann neben den Arbeiten für die Blinker und Scheinwerfer den Turm.
Vielen Dank wie immer für's Lesen, Feuer frei für jedwede Kritik und schöne Grüße
Rafael
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...