Autor Thema: Captain Jack Sparrow - Druck im Maßstab 1:8  (Gelesen 740 mal)

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Offline lappes

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Captain Jack Sparrow - Druck im Maßstab 1:8
« am: 14. März 2022, 13:38 »
Hallo zusammen,
hier möchte ich den Baubericht von Captain Jack Sparrow veröffentlichen. Zu Weihnachten hatte ich einen Anycubic Mega Pro Filament Drucker bekommen und mir gleich zum Test bei Gamebody.com eine Figur zum Selbstausdruck gekauft. Mit dem ewig langen Ausdruck kam ich leider zu keinem befriedigenden Ergebnis. Die Details waren mir zu verschwommen.
Da ich auch sonstige Probleme - zum größten Teil aufgrund meiner Unkenntnis der Materie 3 D Druck - hatte, hatte ich mich entschieden, einen Prusa Drucker zu kaufen. Dieser ist zwar sehr teuer, aber wirklich extrem einsteigerfreundlich.
Also nochmal ein Versuch.
Diesmal war ich recht zufrieden. Für einen Filamentdrucker hatte ich einen erstaunlich detaillierten Ausdruck. Dummerweise hatte der Drucker aufgrund fehlender Stützstruktur einige Details nicht korrekt ausgedrucken können.
Ich druckte in Schichtdicke 0.1 mm.
Nun habe ich andere Druckdateien mit mehr Einzelteilen ausgewählt und mich für Schichtdicke 0..07 mm entschieden.
Auf das Ergebnis bin ich jetzt gespannt.
P.S.: Ich weiß, dass mit einem Resindrucker noch bessere Ergebnisse möglich sind. Diesen werde ich mir allerdings erst in 3 Monaten kaufen. Denn auch da werde ich mich wieder auf Prusa festlegen, da ich denke, es ist einfach eine Anschaffung für Jahre.
Lieber mehr ausgeben und auf Qualität setzen.

Die - für Fotos eigentlich ungeeignete - weiße Figur ist vom Anycubic, die silbergraue vom Prusa. Beides mit 0.1 mm Schichtdicke.










Liebe Grüße
Frank (lappes)
zur Zeit im Bau:

Offline Harald D.

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Re: Captain Jack Sparrow - Druck im Maßstab 1:8
« Antwort #1 am: 14. März 2022, 19:26 »
Wenn man einen 3D Druck nutzbringend für unser Hobby, nämlich den 3D Scale Modellbau, einsetzen möchte, muss man wissen, dass PLA Drucker dafür eigentlich nur bedingt, oder gar schlecht geeignet sind!
Dabei spielt es auch keine signifikante Rolle, für welchen Hersteller und welches Modell man sich dabei entscheidet. Ich meine das jetzt auch ausdrücklich auf den Preis bezogen!

Ein Beispiel, wenn es auch hinken mag: "Ein VW Polo bringt einen genauso ans Ziel, wie ein Porsche Cayenne".

Doch was will ich damit sagen? Ganz einfach. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Geräte (bis auf ein paar Ausreißer) schenken sich alle nichts und liegen von dem Ergebnis des Ausdrucks ziemlich dicht beieinander.
Der Anycubic Mega ist dabei genauso gut im Ergebnis, wie dein von dir favorisiertes Gerät.  Der Prusa Drucker.

Das Problem beim 3D Druck ist halt nur, dass man gemeinhin meint, es funktioniert wie ein PC Drucker. D.h. man baut das Gerät auf, legt eine Spule PLA (oder anderes Filament ein), schaltet ihn ein, druckt aus und erhält ein perfektes Ergebnis.
Leider funktioniert das so nicht (es sei denn man hat Glück dabei). Beim 3D Druck (und das gilt sowohl bei PLA als auch SLA) ist eine gewisse Vorausplanung des Druckes und eine Grundeinstellung des Druckers, sowie die richtige Auswahl des Druckmediums von entscheidender Bedeutung um auf ein optimales Ergebnis zu kommen.
Macht man das nicht und das Ergebnis ist suboptimal, dann ist es einfach ungerecht, dies auf die vermeintlich schlechte Qualität des Druckers zurück zu führen, als auf die eigene Unzulänglichkeit.

Ich weiß wovon ich spreche, da ich mich seit 3D Drucker erhältlich sind intensiv damit beschäftige und schon einige Drucker von verschiedenen Herstellern  (PLA und SLA) ausprobiert habe. Dabei versuche ich auch ständig, meinen Skill zu erhöhen.
So lernt man nie aus und ständig entdeckt man neue Möglichkeiten.

Mein Drucker Favorit und der von mir bevorzugt verwendete, ist eben wegen seiner einfachen Bedienbarkeit und den damit zu erzielenden Ergebnissen, der von dir (zu Unrecht) geschmähte Anycubic Mega.
Ich habe das Gerät jetzt schon seit beinahe 3 Jahren und bis auf kleinere Mucken überhaupt keine Probleme damit gehabt.
Da es sich beim Any um ein wirklich einfach aufgebautes Gerät mit "offenem System" handelt, habe ich auch schon einige Ergänzungen, Änderungen bzw. Tunings an ihm vorgenommen.
Auf Grund der zahlreich im Net zu erhaltenden Zubehörteile überhaupt kein Problem. Zudem haben die eine Hot-Line in China, die wirklich ihres Gleichen sucht.

Doch Egal. Noch einmal zurück, zur Eingangs von mir aufgestellten These, dass PLA Drucker eigentlich nicht für unsere Zwecke geeignet sind!

Das ergibt sich schon aus der Art des Drucks. Das heißt ähnlich wie mit einer Konditorspritze wird ein 3D Körper in einzelnen Schichten mit schmelzverflüssigtem Strangmaterial (Filament) auf der Druckplatte aufgebaut.
Und egal wie dick/dünn die einzelne Schicht dabei auch sein mag. Der Querschnitt des einzelnen aufgedruckten Strangs ist immer ein Ovaler und nie ein Rechteckiger.
Und das führt halt zu den deutlich sichtbaren Schichtlinien beim Ausdruck (sieht man auch ganz hervorragend auf den Fotos deiner Figur) und das wird sich beim PLA Druck auch nie ganz vermeiden lassen.

Aber dazu muss man halt wissen, daß der PLA Druck in seiner eigentlichen Form und da liegt auch ganz klar sein Vorteil, für die Herstellung von Konstruktions- und Verwendungsteilen entwickelt worden ist.
Dort kommt es in erster Linie nicht auf eine perfekte Oberflächenstruktur, sondern eben auf Haltbarkeit und Verschleißfestigkeit der Bauteile an. Schon diese Prämissen schließen eigentlich den PLA Drucker damit für den Modellbau aus.

Wenn Du die perfekte Oberfläche und das braucht es eigentlich für Figuren haben möchtest, wirst Du um den Erwerb eines SLA 3D Druckers nicht herum kommen.

So habe ich auch mich nach langen Versuchen die Druckoberfläche mit dem PLA Drucker zu optimieren, auch für einen SLA Drucker entschieden.
Damit lassen sich schon ganz andere "Hausnummern" erzielen.
Aber einfach ausdrucken und sich über ein perfektes Ergebnis freuen, gibt es auch da nicht.
Im Gegenteil.
Ich finde, dass es sogar noch um Einiges mehr an vorausschauender Kopfarbeit bedeutet, um ein optimales Druckergebnis mit dem SLA Drucker zu erzielen.
Grüße von Harald