Autor Thema: Asphaltdarstellung mit Hilfe von Kork  (Gelesen 698 mal)

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Offline Christian1970

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Asphaltdarstellung mit Hilfe von Kork
« am: 13. März 2021, 10:07 »
Hallo zusammen
Rafael hat mich gebeten, ein kleines Tutorial über das modellieren einer Asphaltdecke mit Hilfe von Kork zu schreiben. Here we go...
Den Tipp habe ich in dem Diorama Buch F.A.Q Dioramas -The complete guide- von A.K Interactive gesehen.

Ich habe 2mm starkes Kork genommen. Ich habe mir mal eine Rolle Kork, eigentlich als Laminatunterlage, aus dem Tedox mitgenommen. Da findet man so einiges, zu sehr guten Preisen, was man zum Modellbau benutzen kann.
Die Fläche, die man darstellen möchte, spielt keine Rolle. Man kann Stoss an Stoss arbeiten, oder das Kork zerreissen, um Risse im Asphalt darzustellen.
Ich habe für dieses Turorial mal Löcher und Risse auf einem kleinen Stück dargestellt.
So sieht das dann aus.

Ich teste, bevor ich klebe, wie sieht der Riss gut aus, oder kann der Spalt noch größer sein?

Ich reisse die Stücke vom Kork mit den Fingern ab. Dann entsteht kein Muster, sondern es wird jedes mal anders.

Dann klebe ich den Kork mit Holzleim auf die Fläche, hier ein Stück Styrodur. Ich habe festgestellt, dass es wichtig ist, den Kork an der kompletten Fläche zu kleben und zum trocknen zu beschweren. Sonst kann es passieren, dass beim feucht werden durch die Farben oder Kleber, sich der Kork hebt und "Hügel" bildet.
Nach dem trocknen schmiere ich eine dünne Schicht Belag auf. Das kann man mit verdünnten Holzleim, Wasser und Fertigspachtel oder anstatt Fertigspachtel kann man auch Holzspachtel nehmen. Diese Schmiere trage ich dünn auf den Kork auf. Dabei schmiere ich auch über die Löcher und Risse, denn die Schmiere kann man später mit einem Q-Tip oder feinen Pinsel aus den Löchern und Rissen wieder entfernen.

Dieses Mal habe ich Holzspachtel benutzt, da wird der Belag durchsichtiger als bei Fertigspachtel. Ist aber nicht schlimm, denn es kommt ja Farbe drauf.
Für die Farben nehme ich die billigsten Acryl oder Aquarell Farben, die ich mal aus dem Discounter gekauft habe. Die sind für solche Arbeiten perfekt und sie decken auch gut.
Eine extra Grundierung mache ich nicht drauf. Dafür eine grosszügige Schicht Schwarz.

Solange das Schwarz noch feucht ist, male ich nass in nass mit verschiedenen dunkel Grautönen in das Schwarz. Als Richtung nehme ich die Fahrtrichtung der Strasse und streiche unregelmässig in das Schwarz. Ich hoffe, man kann das auf dem Bild erkennen.

Für Mittel oder Seitenstreifen klebe ich nach dem trocknen mit Maskierband, aus dem Tedox, ab.

Danach male ich mit Weiss den Mittelstreifen.

Als nächsten Schritt mache ich ein drybrushing mit Ölfarbe. Als Farbton habe ich Warmgrau genommen.
Jetzt kommen verschiedene Pigmente zum Einsatz. Als erstes nehme ich ein dunkles Braun und streiche vorsichtig über den Asphalt. In die Risse und Löcher kommt auch eine Lage Pigmente. Ich nehme die Pigmente mit dem Pinsel auf und "schnippe" dann über den Asphalt. Das ergibt auch ein schönes Fleckenmuster.

Man kann, wenn man möchte, jetzt noch Ölflecken auf den Asphalt auftragen. Dazu nimmt man ein Oil Streaking von zB. MIG oder AK. Da gibt es ja verschiedene Hersteller.

Wie stark der Asphalt verschmutzt wird, hängt ja immer davon ab, wo das Diorama angesiedelt ist. Im nahen Osten kann man natürlich stärker verschmutzen als zB. irgendwo in Europa in der Stadt. Aber das sollte ja klar sein.
Jetzt kommen ein paar Bilder mit verschiedenen Pigmenten in diversen Farben. Die Risse kann man auch nach Geschmack auffüllen. Ich nehme feinen Sand dafür. Auf einem Bild gemischt mit kleinen Steinchen.



Oder für frische Reparaturen kann man auch helle graue Pigmente nehmen.

Wenn die Pigmente fest fixiert wurden kann man mit diversen Washings noch drüber gehen. Aber, wie gesagt, das kommt ja immer auf den eigenen Geschmack an.

Das war es. Ich hoffe, es gefällt euch ein wenig.
Ist echt nicht schwer und man erzieht sehr schnell gute Ergebnisse. Als ich es das erste Mal gemacht habe, war ich sofort mit dem Ergebnis zufrieden.
Generell kann ich das Diorama Buch nur jedem Diobauer empfehlen. Ist nicht billig, aber jeden Cent wert.

Gruß Christian  :1: