Autor Thema: Baubericht Hendrik - Zündapp KS750  (Gelesen 1839 mal)

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Offline Hendrik

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Re: Baubericht Hendrik - Zündapp KS750
« Antwort #15 am: 13. April 2021, 15:18 »
Werte Modellbaugemeinde, bitte begeben Sie sich zurück ins Plenum, es geht weiter: 

Zunächst zu einem zentralen Problem: Die Styrodurbrocken ließen sich einfach nicht vernünftig in eine Felsstruktur verwandeln. Die erste Lösungsidee erschien einfach. Zunächst sollte Fimomasse auf das grob vorgeschnittene Styrdodur auftragen werden, um anschließend dann Schieferbruchstücke als Stempel zu verwenden. ...hmm, naja, was soll ich sagen, sah bescheiden aus. Siehe unten

Also runter mit dem Zeug, nach Alternativen gesucht ... und gefunden. Eine alte Aquarienplatte, die Dennis im Keller seines Vaters fand, wirkte vielversprechend auf uns. Einziges Problem: Das Ding war mal eben bestimmt 1 Meter lang und 50cm breit und musste zersägt werden. Keine Ahnung was für eine Art Material das genau war, aber es stank gewaltig, staubte wie sau und Sägeblätter stumpften auch am laufenden Band ab. Die Arbeit hat sich dennoch gelohnt, da sich sehr schöne Felselemente aus der Platte heraussägen ließen. Diese mussten dann nur noch mit dem Dremel an die Kanten der Dioramenwand angepasst werden. Anschließend wurde alles mit Montagekleber und ordentlich Druck verklebt und nach der Trocknungszeit mit Fimo verblendet. Damit war das Problem der Felsgestaltung schon einmal ganz "souverän" gelöst.  :auge:

Also, auf zum nächsten Problem: Wie baut man Nadelbäume? Und lassen sich wirklich konkrete Nadelbaumarten nachbauen? Die von mir damals gewählte Variante mit dem Moos-an-Draht-geklebt schien mir für dieses Projekt nicht so praktikabel, da ich damals nur ein paar Äste erstellen musste, nun aber zwei ganze Bäume bauen möchte und die Methode sehr aufwendig ist. Ich hab mich also auf die Suche nach alternativen Ideen gemacht, von denen es im Internet ja Unzählige gibt. Häufig trifft man auf die Variante mit dem Zierspargel. Das sieht auch echt gut aus und die Variante möchte ich auch gerne mal ausprobieren, aber derzeit ist es echt schwierig an die Pflanzen zu kommen. Deshalb habe ich mich mal bei den Eisenbahnern umgeschaut, was die so zur Problemlösung beizutragen haben. Und ich muss sagen, es ist faszinierend, wie intensiv sich dort dem Baumbau gewidmet wird und welche hervorragenden Ergebnisse dort (hauptsächlich mit Streugut) präsentiert werden. Und darum musste ich da gleich mal ein paar Ideen selbst ausprobieren. Gebaut werden soll eine Fichte oder irgendwas, das so in diese Richtung geht, da diese ja immerhin auch in felsiger Landschaft wachsen.
Als erstes versuchte ich die Variante Drahtäste mit Statikgras zu berieseln. Das klappt erstaunlich gut, auch wenn man sich die Mühe machen sollte um den Hauptast noch kleinere Drähte herumzuwickeln, um mehr abzweigende Äste zu erhalten. Schwieriger gestaltete sich hingegen die Wahl der richtigen Drahtstärke und der richtigen Statikgraslänge. Ich habe mal mit verschiedenen Stärken und Längen experimentiert und bin schließlich bei Kupferlitzen für die herabhängenden Äste gelandet. Beim Statikgras habe ich mich dann für 6mm für die erste Bestreuung und 2mm für die Nadel-Bestreuung entschieden. Nach dem Trocknen (ich habe mit Sprühkleber gearbeitet) muss man das Ganze dann noch etwas ausdünnen, da zu viel zusammenklebt. Die unten zu sehenden Bilder sind lediglich Bilder aus dem Versuchsstadium. Dort habe ich mir weder die Mühe des Bestreuens der Äste mit Sand (um den Draht zu verstecken und eine Art Rinde zu modellieren), noch der Bemalung selbiger gemacht. Das kommt dann erst zu einem späteren Zeitpunkt dran, da ich nicht glaube, dass beim Bestreuen mit Sand und der Bemalung noch die großen Probleme warten.
Meines Erachtens ist das Versuchsergebnis schon sehr schön, zumindest wenn man es aus Entfernung anschaut. Schaut man hingegen ganz genau hin, dann sieht man halt, dass es sich um verklebtes Statikgras handelt und das sieht nicht so ganz nach benadelten Ästen aus. Aber was Solls, ich habe keine bessere Lösung gefunden, ...Moment halt doch: Um die Äste etwas detaillierter zu gestalten und das lange Statikgras zu umgehen kam ich auf die Idee, einfach Meerschaumäste mit Statikgras zu betreuen. Das Ergebnis sieht meines Erachtens auch gar nicht schlecht aus, hat aber nicht viel mit Fichten zu tun, sondern ähnelt eher den Zweigen von Kiefern. Aber vielleicht ist das ja was für ein anderes Projekt.

Ich hoffe euch gefällt der Fortschritt bis hierhin. Vorschläge, Kritik und Alternativen sind immer gerne gesehen!  :1:

@doom99 : Schön, dass dir unsere Challenge gefällt. Das ließe sich ja durchaus wiederholen.  :auge:

@DKdent : Dir lieber Dennis wünsche ich natürlich eine gute und hoffentlich baldige Genesung!

Offline LowBudget

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Re: Baubericht Hendrik - Zündapp KS750
« Antwort #16 am: 13. April 2021, 22:11 »
Respekt vor soviel Landschafts- und Gartenbau  :ThumbUp:
Ich hader ja aktuell mit einer einfachen Base und ein bisschen Bodengestaltung aber ganze Felshänge und selbstgemachte Bäume, das ist echt eine andere Liga. Sehr cool!  :7:

Offline Hendrik

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Re: Baubericht Hendrik - Zündapp KS750
« Antwort #17 am: 16. Mai 2021, 10:48 »
@LowBudget : Vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe inzwischen ein wenig weitergebaut. Vor allem die Begrünung des Baumes hat mich sehr viel Zeit gekostet. Mangels guter Ideen habe ich mich aber schließlich für Statikgras entschieden. Irgendwie muss ich ja auch mal vorankommen. Anbei ein paar Bilder vom Ergebnis der Begrünung. Detailarbeit kommt später noch dran.

Die Base ist inzwischen auch schon in drei Anstrichen lasiert und der Boden grundiert; also alles fertig für die Bodengestaltung.

Ich hoffe es gefällt euch. Viele Grüße und einen schönen Sonntag! :1:
« Letzte Änderung: 16. Mai 2021, 10:50 von Hendrik »